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| An Kalahrdayas Kapelle wird wieder gearbeitet |
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| Kalahrdayas Tor mit neuer Pracht |
Nach meiner
Rückkehr von Kalimpong haben in Kalahrdaya die Bauarbeiten wieder gestartet. Es
war Zeit, denn der Bischof am 6. Mai die Kapelle segnen wird und sie muss bis
dahin nach irgendetwas aussehen. Normalerweise stellt man es sich so vor: man
setzt einen Termin, plant und die Arbeit wird plangemäß fertig. Dann überlegt
man, dass bei Bauarbeiten nie und nirgendwo in der Welt etwas plangerecht fertig
wird (man denke nur an den neuen Berliner Flughafen oder die Hamburger
Philharmonie). Hier ist es nicht unüblich, dass jemand am Vormittag verspricht,
dass er schon auf dem Weg ist und am Abend ankommen wird, was tatsächlich erst
eine Woche später geschehen wird. Aber jetzt ist das Holz für die Türen,
Fenster und Gerüst da und die Schreiner haben angefangen zu arbeiten. Die Fliesen
fürs Dach sind auch angekommen, wenn alles halbwegs gut läuft, wird die Kapelle
tatsächlich nach „irgendwas“ aussehen und wir werden wieder Zeugen eines
indischen Wunders sein. Seit zwei Wochen sind sechs Novizen hier und helfen das
Land neben den Teichen zu erhöhen und woanders zu zementieren. Sie haben schöne
Arbeit geleistet – morgen kommt ihr Experiment ans Ende.
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| Fernsterrahmen |
Als ich wieder
ankam, hat Bandanas Zwillingsschwester Bonani geheiratet, was für die Mädchen
die Gelegenheit war ihre schönsten Saris anzuziehen. Das Brautpaar trug
typische westliche Hochzeitsklamotten, was ich als Geschmacksfehler empfunden
habe. Bei der Rezeption am Abend nach dem Gottesdienst stand das Paar im Saal
auf einem Podest und die Gäste kamen nacheinander, gratulierten ihnen –
Gruppenfotos wurden gemacht. Wir tranken Tee und warteten, dass die Tische nach
der ersten Welle geleert und gewaschen wurden, um selbst unser Abendessen zu
haben und fuhren dann wieder heim. Bei bengalischen Hochzeiten gibt es zwei
Rezeptionen: die erste findet üblicherweise am Tag nach dem Gottesdienst im
Haus der Eltern der Braut und die zweite ein paar Tage später bei den Eltern
des Bräutigams, wo das Pärchen eingezogen ist. Die Frau zieht beim Mann im Haus
der Eltern oder in der unmittelbaren Nähe und wird sich um die ganze Familie kümmern.
Entweder wurde ein zweites Stockwerk oder ein Häuschen im Hof, wenn es einen
Hof gibt, gebaut. Da hat es sich für mich seit meiner Ankunft wenig geändert.
Wenig attraktiv aber es ist halt eine andere Kultur und die Lebensbedingungen
sind anders. Wenn man täglich ums tägliche Brot kämpfen muss, ist Romanze ein
unerreichbarer Luxus.
Im Februar haben
wir uns über den kurzen Besuch von P. Klaus Väthröder und Judith Behnen von der
deutschen Jesuitenmission gefreut. Saju und ich haben sie vormittags gegen 6
Uhr abgeholt („nur“ eine Stunde Verspätung), dann haben wir ihnen das Gelände
von Kalahrdaya sowie die Pfarrei von Raghabpur und das neue Gebäude von St.
Xavier’s College dort gezeigt. Nach dem Mittagessen und eine kurze Siesta sind
sie dann weitergereist. Ich hoffe, dass die Indienreise insgesamt schön und
zufriedenstellend war. Schon am übernächsten Tag sind Saju und eine kleine
Gruppe ins Gujarat gefahren und haben dort zwei Programme in Baroda und
Ahmedabad gehabt. Dieses Jahr reise ich leider nicht mehr mit. Mitte Mai wird
ungefähr die selbe Gruppe für einen Monat nach Europa (Schweiz, Deutschland,
Österreich, Ungarn und Rumänien) fliegen und dann werde ich alleine am 8. Juli
nach Paris fliegen.
Im Moment
schwankt die Anzahl von Englischstudenten wegen Prüfungen zwischen vier und
zehn. Das Alter, die Motivation und das Niveau schwanken auch von Student zu
Student. Die jüngste ist 10 und versteht kaum Englisch, was mir die Gelegenheit
gibt zu versuchen einige anderen Studentinnen als „Assistenten“ zu benutzen,
vielleicht können sie dabei besser lernen… Nach den Prüfungen werden
voraussichtlich wieder mehr Studenten kommen, dann werden die Schwestern auch
wieder da sein und können mich unterstützen.


